Leiden und Leidenschaft

Zeichnungen von Abdullah Kurdi im Telgter religio

2019 taufte Abdullah Kurdi, der Vater von Alan Kurdi, das Seenotrettungsschiff der deutschen Organisation sea-eye auf den Namen seines toten Sohnes: Alan Kurdi. Wir erinnern uns an das Bild des zweijährigen Alan, dessen Leichnam 2015 an der türkischen Mittelmeerküste angeschwemmt wurde. Dieses Bild ging als Symbol für die Unmenschlichkeit beim Umgang mit geflüchteten Menschen um die Welt. Die deutsche Organisation sea-eye hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Sterben im Mittelmeer nicht länger tatenlos zuzusehen. Seit 2018 betreibt sea- eye dieses Seenotrettungsschiff, das im Mittelmeer auf den tödlichsten Flüchtlingsrouten unterwegs ist und in Seenot geratene Flüchtlinge aufnimmt. Bei mehreren Einsätzen im Mittelmeer vor der libyschen Küste wurden bisher über 14000 in Seenot geratenen geflüchtete Menschen gerettet - oft unter schwierigsten Umständen. Immer wieder gerät das Schiff in Konflikt mit italienischen und libyschen Behörden. Zur Zeit ist durch die Corona-Pandemie eine weitere Dramatik in der Rettung von geflüchteten Menschen auf dem Mittelmeer entstanden.

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Die aktuelle Ausstellung im religio "Passion - Leiden und Leidenschaft" zeigt Arbeiten von SchülerInnen des Telgter Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums und Fotografien von Ursula Mindermann zum Thema Leiden und Leidenschaft. Hierzu gehören auch Darstellungen, die sich mit Krieg und Flucht auseinandersetzen. Der Telgter Schüler Jonas Surel war durch ein Foto von Abdullah Kurdi so beeindruckt, dass er es als Zeichnung anfertigte und nun in verschiedenen Ausführungen im religio ausstellt. Er gab den Zeichungen den Titel: "Abdullah Kurdi. Hoffnung auf ein besseres Leben. Trauer um den ertrunkenen Sohn". Der Oberstufenschüler hofft, mit den Bildern auf das Leiden von Geflüchteten aufmerksam machen zu können. Die Telgterin Ursula Mindermann leitete über persönliche Kontakte die Bilder zusammen mit einem Brief von Surel über die Organisation sea- eye an Abdullah Kurdi weiter, um zu zeigen, dass auch in Telgte und bei den jungen Menschen das Schicksal von Geflüchteten wahrgenommen wird. Abdullah Kurdi zeigte sich bewegt von den Bildern und und dem Brief bedankte sich mit folgenden Worten: „The letter was so emotional and heartwarming of course, when I am in Germany I want to hug this student and thank him personally“.

Im Namen von sea-eye bittet Ursula Mindermann um Spenden für die Einsätze im Mittelmeer. Der Verein sea-eye hat sich der Menschenrechtsbeobachtung und Seenotrettung verpflichtet. Seit 2015 beteiligten sich mehr als 800 AktivistInnen ehrenamtlich an der Rettung von mehr als 14 000 Menschenleben. Mehr dazu unter www.sea-eye.org. Spendenkonto: DE60 7509 0000 0000 0798 98.

Die Ausstellung im religio ist virtuell unter www.museum-telgte.de/2020/03/23/virtuelle-ausstellung/ oder vom 12.5.20 bis zum 24.6.20 vor Ort zu besuchen.

Bildunterschrift: Der Telgter Schüler Jonas Surel und Ursula Mindermann mit Zeichnungen von Abdullah Kurdi.

Quelle : Mindermann Augenoptik am Baßfeld

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