Interview mit Dr. Alexander Berger

Welche Gründe haben dazu geführt, dass Sie sich ein weiteres Mal um das Amt des Bürgermeisters der Stadt Ahlen bewerben?
Ahlen ist meine Heimatstadt und bleibt meine Herzensangelegenheit, für die es sich immer lohnt, tätig zu sein. Ich darf nun schon seit fünf Jahren das Amt des Bürgermeisters bekleiden, was ich sehr gerne mache und worauf ich sehr stolz bin. Rückblickend kann ich sagen, dass viele Dinge, die ich den Bürgerinnen und Bürgern Ahlens vor der Wahl angekündigt habe, auch gemeinsam umgesetzt wurden. Beispielhaft nenne ich hier die Vitalisierung von Brachflächen, die Neugestaltung des Berliner Parks, den Umbau des Marktplatzes, die Fertigstellung des Baubetriebshofes, die Digitalisierung des Schulnetzes, sowie die Konsolidierung des städtischen Haushalts mit dem Abbau von fast 30 Millionen Euro Schulden. Die guten Ergebnisse lassen mich zuversichtlich in die Zukunft blicken und motivieren mich, viele weitere Dinge für Ahlen auf den Weg zu bringen.

Der Umgang mit dem Rathaus hat Ahlen in den letzten Monaten die Lokalpolitik sehr bestimmt. Nun beabsichtigt eine Wählergruppe, die sich gegen einen Abriss des Rathauses ausgesprochen hatte, sich um Ratsmandate bei der Kommunalwahl zu bewerben. Denken Sie, dass ein erfolgreiches Abschneiden dieser Gruppe Einfluss auf die Umsetzung des Projektes haben könnte?
Aufgabe des Bürgermeisters und der Verwaltung ist es, den Bürgerwillen zu respektieren und entsprechend umzusetzen. Rat und Bürgerschaft haben sich eindeutig für den Abriss des Rathauses und den Neubau des Bürgercampus ausgesprochen. Daher hat die Verwaltung bereits erste Aufträge erteilt und die Vorbereitungen für die notwendigen Ausschreibungen sind in vollem Gange. Die Finanzierung dieses Riesenprojekts ist auf 30 Jahre ausgelegt und durch den städtischen Haushalt solide geplant. Darüber hinaus ist es Aufgabe der öffentlichen Hand, in diesen für die Wirtschaft schwierigen Zeiten durch Investitionen neue Impulse zu geben und Arbeitsplätze zu sichern.

 

Gibt es weitere konkrete Projekte, die Sie sich für eine mögliche weitere Amtszeit vorgenommen haben?
Hier kann ich den Bau der Osttangente sowie Entwicklung des Ahlener Süd/Ostens auf der Basis eines integrierten Handlungskonzeptes nennen. Ab 2021 werden fast 20 Hektar neue Gewerbeflächen im Natur- und Gewerbepark „Olfetal“ für die Ansiedlung neuer Unternehmen zur Verfügung stehen. Der Bahnhof soll zu einer Mobilstation umgebaut und umgestaltet werden, um so den ÖPNV und den Radverkehr weiter zu stärken. Zudem wünsche ich mir, dass im Zuge der Werse im Stadtgebiet Ruhe- und Aufenthaltszonen bei der Neugestaltung des Stadtparks entstehen. Darüber hinaus gilt es, bei allen Entscheidungen den Klima- und Umweltschutz im Auge zu behalten, damit wir mein großes, übergeordnetes Ziel, eine klimaneutrale Stadt 2030, erreichen. Es gibt eine Vielzahl von bereits erarbeiteten Konzepten, die darauf warten umgesetzt zu werden, um dieses Ziel gemeinsam zu realisieren.

Digitales Lernen hat seit März die Schul- und Bildungspolitik bestimmt. Vom Bund und vom Land hört man immer wieder, dass immense Summen bereitgestellt werden, um Schulen für die Zukunft fit zu machen und darüber hinaus sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte mit der entsprechenden Technik ausgestattet werden sollen. Wie sieht hier der aktuelle Stand aus und was kann die Stadt Ahlen als Schulträger vieler Schulen im Stadtgebiet tun, um hier Fortschritte in dieser Richtung zu erzielen?
In Absprache mit den Behörden, die die unterschiedlichen Förderprogramme begleiten, sind wir bereits weit vor der Corona-Krise tätig geworden und haben viele Schulen mit einem Glasfaserzugang und einer digitalen Infrastruktur ausgestattet. Ziel ist es jetzt, das digitale Ahlener Schulnetz fertig zu stellen und in allen Schulen die gleichen technischen Voraussetzungen zu schaffen, damit sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte vollumfänglich damit arbeiten können. Selbstverständlich werden wir für die schon vorgenommenen Planungen und Investitionen die hierfür zur Verfügung stehenden Fördermittel in Anspruch nehmen und nutzen.


Corona hat dafür gesorgt, dass die Einnahmeseite der Kommunen insbesondere bei den Gewerbesteuern extrem weggebrochen ist. Wie stellt sich die Situation der Stadt Ahlen dar und welche Maßnahmen soll oder müssen getroffen werden, um als Stadt weiterhin handlungsfähig zu bleiben? Im Zusammenspiel mit dem Kreis Warendorf und dem Land NRW haben wir die Corona-Zeit bisher auch dank meiner sehr engagierten Mitarbeiterschaft in der Verwaltung gut gemanagt. Die AhlenApp haben wir genutzt, die Ahlener Bevölkerung zeitnah über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Unsere Finanzen haben wir trotz dieser unangenehmen Situation gut im Griff. Die Aufnahme neuer zusätzlicher Kredite war nur punktuell notwendig und Millionendefizite sind nicht zu erwarten, sofern Bund und Land ihre kommunalen Finanzzusagen einhalten. Bei der Planung für die nächsten Jahre werden wir sicherlich kaufmännische Vorsicht walten lassen müssen. Ziel muss es sein, dass kommunale Leben weiter aufrecht zu erhalten und die Projekte umzusetzen, die wir uns für die kommenden Jahre vorgenommen haben. Warum sollen die Ahlener Sie für eine weitere Amtsperiode zum Bürgermeister ihrer Stadt wählen? Ich denke und hoffe, dass die Ahlener Bürgerinnen und Bürger mit meiner Tätigkeit in den letzten fünf Jahren zufrieden gewesen sind und mir auch das Vertrauen für eine weitere Amtszeit schenken. Die Ahlener wissen, dass sie sich auf mich verlassen können und ich die Stadt mit viel Herzblut und Engagement durch so manche schwierige Situation, wie z.B. die aktuelle Corona-Krise, geschifft habe. Ich habe viel Leidenschaft und Begeisterung für meine Aufgabe und werde mich weiter für meine Heimat einsetzen. Dies geht aber nur gemeinsam mit „meiner“ kompetenten und engagierten Verwaltung, der aktiven Bürgerschaft und der konstruktiven Politik, mit der es immer eine große Freude ist, zusammenzuarbeiten.


Herr Dr. Berger, herzlichen Dank für dieses Gespräch.

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