Gedanken zur Impfpflicht aus Wissenschaft und Praxis

Bernhard Daldrup im Gespräch mit dem Kinder- und Jugendarzt Priv.-Doz. Dr. Carsten Krüger

Immer wieder hat Bernhard Daldrup, Bundestagsabgeordneter für den Kreis Warendorf, in den letzten Monaten für die Impfung gegen Covid-19 geworben. Für ihn ist ein verpflichtender und dadurch flächendeckender Impfschutz „der einzige langfristige Weg aus der Pandemie“. Dabei appelliert Daldrup auch klar und deutlich an die Impfunwilligen: „Der vermeintliche Freiheitsanspruch ist in diesem Fall reiner Egoismus. Angemessen sind stattdessen Vernunft und Solidarität.“

Einer, der diese Ansichten ebenfalls teilt, ist PD Dr. Carsten Krüger, Chefarzt der Kinderklinik im Ahlener St. Franziskus Hospital. Kürzlich hat er in einem wissenschaftlichen Artikel seine Argumente für eine Impfpflicht niedergeschrieben. Grund genug für einen Austausch zwischen Politik und Medizin. Wobei PD Dr. Krüger in seinem Artikel nicht nur medizinische Argumentationsstränge zur Impfflicht verfolgt, sondern ebenso juristische, philosophische und ökonomische Überlegungen zu den Folgen der Impfpflicht anstellt. Was für ihn jedoch bei all diesen Aspekten an Bedeutung überwiegt, sind die psychosozialen Faktoren: „Wenn die Impfung gegen das Corona-Virus zur medizinischen Standardvorsorge gehört, wie es bei anderen Impfstoffen seit Jahrzehnten gelebte Praxis ist, ermöglichen wir besonders den Jüngsten unserer Gesellschaft wieder mehr Teilhabe und eine kindgerechte Entwicklung, was von unschätzbarem Wert ist.“ Er ist sich sicher: „Kinder und Jugendliche werden auch in Zukunft noch durch spürbare Spätfolgen unter dem Pandemiegeschehen leiden.“

Keine Spätfolgen allerdings gibt es bei der Impfung zu befürchten, räumt der Kinderarzt und Medizinethiker mit einem noch immer geläufigen Vorurteil auf: „Egal bei welcher Impfstoffart, egal ob gegen Corona oder andere Erkrankungen: Nebenwirkungen treten, wenn überhaupt, in den ersten Tagen bis maximal wenige Wochen als Folge der Anregung des Immunsystems auf, die der Impfstoff hervorruft. Dies geschieht unmittelbar nach der Impfung. Nebenwirkungen, die erst nach Monaten oder sogar Jahren auftreten, gibt es schlichtweg nicht.“

Auch für Bernhard Daldrup verdeutlicht der Austausch einmal mehr: „Nüchtern und wissenschaftlich betrachtet spricht alles für eine Impfung“. Er wendet sich damit erneut an die Bevölkerung im Kreis Warendorf und darüber hinaus: „Warten Sie nicht erst die Diskussionen um eine allgemeine Impfpflicht ab. Informieren Sie sich, schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen und bitte lassen Sie sich impfen!“

PD Dr. Krüger schließt das Gespräch mit einer Argumentation aus seinem Artikel ab: „Wer vehement auf die eigene Freiheit pocht, sich nicht impfen zu lassen, muss dabei immer auch bedenken, dass Nicht-Geimpfte durch ihre erhöhte  Infektiosität unter Umständen massiv in die Freiheit Geimpfter eingreifen, die sie für sich selbst als so unantastbar beanspruchen. Damit wird nur der Fortbestand der Pandemie befördert.“

Quelle : Elena Otto-Erley

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